Darjeeling Tee – der ultimative Guide. Zubereitung, Wirkung und Geschmack

Neben Assam- und Ceylon Tee ist Darjeeling eine der beliebtesten Schwarzteesorten der Welt. Sein einzigartiges Muskateller-Aroma hebt in von anderen schwarzen Tees ab.

Hier erfährst du alles Wissenswerte über Darjeeling Tee, einschließlich der verschiedenen Sorten, der richtigen Zubereitung und seines einzigartigen Geschmacks.

Was ist Darjeeling?

Darjeeling Tee ist ein schwarzer Tee, der im Bezirk Darjeeling in Westbengalen, Indien, angebaut wird. Er unterscheidet sich von anderen indischen Schwarztees wie Assam, da er aus einer anderen Art der Teepflanze hergestellt wird.

Während die meisten indischen Tees aus der „Indischen Teepflanze“ Camellia sinensis var. assamica hergestellt werden, wird Darjeeling aus aus der chinesischen Sorte mit Camellia sinensis var. sinensis gewonnen.

Der chinesische Vertreter des Teestrauchs hat kleinere Blätter und ein stärkeres Aroma. Obowhl Darjeeling vor allem als schwarzer Tee bekannt ist, wird in der Region auch grüner, – weißer- und Oolong Tee produziert.

So schmeckt Darjeeling Tee

Da Darjeeling Tee ein schwarzer Tee ist, wird er häufig als Basis für Masala Chai und andere aromatisierte Tees wie Earl Grey verwendet. Was Darjeeling von anderen schwarzen Tees wie Assam oder Ceylon unterscheidet, ist sein relativ hoher Tannin-Gehalt und vor allem der einzigartigle Muskatellergeschmack.

Muskateller ist ein individueller, süßlicher Geschmack, der vor allem in Second Flush Darjeeling Tees vorkommt und nicht bei anderen Schwarzteesorten auftritt.

Du kannst dir Muskateller als „moschusartig-würzig“ und als fruchtigen Muskatgeschmack vorstellen. Es hat etwas von getrockneten Rosinen mit einem Hauch von Heu. Weinkenner werden ihn von Muskateller Weinen kennen.

Dieser einzigartige Geschmack entsteht durch einen faszinierenden Prozess, der während des Anbaus stattfindet:

Insekten wie Blatthüpfer und Thripse saugen an dem Saft in den Teeblättern und verursachen dadurch leichte Schäden. Als Reaktion bildet die Pflanze Terpene, um die Insekten abzuwehren.

Dieser erhöhte Gehalt an Terpenen ist für den Muskatellergeschmack dieses indischen Tees verantwortlich.

Das Geschmacksprofil ändert sich bei First Flush und Second Flush Tees (siehe Arten von Darjeeling). Frühe Tees neigen dazu, milder zu sein, während Tees aus späterer Ernte einen intensiveren Geschmack haben, der leicht ins Bittere fällt.

Geschichte des Tees

Wie bei vielen anderen indischen Schwarztees, lässt sich der Anbau dieses Tees bis in die 1800er Jahre zurückverfolgen.

Im Jahr 1841 brachte ein Mann namens Archibald Campbell Samen von der chinesischen Teepflanze in den Distrikt Darjeeling, wo er als Botaniker tätig war. Er bezog die Samen von Teesträuchern in Kathmandu und Nepal, und fing an, mit dem Anbau der Teepflanzen in Darjeeling zu experimentieren.

Innerhalb weniger Jahre begannen die britischen Kolonisten, den Tee in größerem Maßstab zu verkaufen. 1856 wurde der erste Teegarten namens Alubari angelegt.

Heute gehört dieser Tee dank seiner einzigartigen Geschmackseigenschaften zu den beliebtesten Schwarztees. Auch in Indien ist der Tee durch gesetzliche Bezeichnungen und Zertifizierungen geschützt.

Tees können nur dann als Darjeeling Tee verkauft werden, wenn sie in bestimmten Teeplantagen in Gebieten wie der Sadar Subdivision, der Kurseong Subdivision und der Siliguri Subdivision produziert werden.

Der Zertifizierungsprozess wird vom Tea Board of India beaufsichtigt und ähnelt der Zertifizierung von Käse, Wein und Champagner in Europa.

Diese verschiedenen Arten gibt es

Wie bereits erwähnt, wird Tee aus Darjeeling hauptsächlich zu schwarzem Tee verarbeitet.

Es kommen allerdings auch eine Vielzahl von grünen-, weißen- und Oolong Tees aus der Region.

Grüntee

Grüner Tee aus Darjeeling hat dank einer hohen Konzentration von Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien, einschließlich Polyphenolen, eine positive Wirkung auf die Gesundheit.

Der Tee wird in der Region Darjeeling angebaut und anschließend von Hand gepflückt. Nach dem Pflücken lässt man die Blätter welken, dann werden sie durch Dämpfen oder Rösten in großen Pfannen getrocknet.

Dadurch wird die Oxidation gestoppt, durch die die Teeblätter mit der Zeit zu Schwarztee würden.

Wie andere grüne Tees bietet er Noten von Gras-, Pflanzen- und Kräuternoten.

Weißer Darjeeling Tee

Weiße Tees aus Darjeeling werden in großen Höhen in der Nähe des Himalaya-Gebirges angebaut, typischerweise bis zu 1.800 Metern über dem Meeresspiegel.

Durch das regnerische, kalte Klima ist der weiße Tee besonders weich und delikat, mit einem Hauch von blumigen Aromen und einer milden Süße.

Nach dem Pflücken durchlaufen die Teeblätter einen kurzen Welkprozess, bevor sie in direktem Sonnenlicht getrocknet werden.

Oolong Tee

Darjeeling-Oolongs sind eine besondere Teesorte, die leichter und luftiger schmeckt als die meisten Oolongs. Der Tee hat einen orangefarbenen Aufguss und bietet ein ausgeprägtes Muskateller-Aroma, das dem Darjeeling-Schwarztee ähnelt.

Diese Tees werden immer höher als 900 Meter angebaut und unter Verwendung spezieller chinesischer Teesträucher kultiviert.

Für den Oolong werden nur die obersten beiden Teeblätter eines jedes Zweigs plus die noch geschlossene Knospe („two leaves and a bud“) gepflückt.

Die Teeblätter haben einen leicht adstringierenden Geschmack und werden in Pfannen erhitzt, um den Oxidationsprozess zu beenden. Oolong Tees sind ein Mittelding zwischen grünen und schwarzen Tees: sie oxidieren länger als grüner-, aber kürzer als schwarzer Tee.

Darauf solltest du beim Kauf von Darjeeling Tee achten

Darjeeling Tee ist bekannt als der Champagner unter den Teesorten. Durch seinen unverwechselbaren Geschmack ist er der wohl am meisten geschätzte Schwarztee und auch die grünen und weißen Varianten sind etwas Besonderes für Feinschmecker.

Beim Kauf von Darjeeling Tees solltest du auf die Zertifizierungen des Tea Board of India achten. So kannst du sicherzustellen, dass dein Darjeeling Tee authentisch ist und von akkreditierten Teeplantagen stammt.

Wie bei allen Tees gilt: loser Tee kostet zwar ein kleines Bisschen mehr als die Teebeutel aus dem Supermarkt – der Qualitätsunterschied ist aber gewaltig.

Nur bei losen Teeblättern wirst du die Feinheiten des Geschmack schmecken können. Die pulverisierten Teeblätter in klassischen Teebeuteln produzieren nur einen starken, leicht bitteren Schwarztee ohne geschmackliche Tiefe, der sich eigentlich nur mit Milch oder Honig gemischt trinken lässt.

Auch deine Gesundheit wird es dir danken. Im Pulver des Teebeutels sind quasi keinerlei Vitamine und Pflanzenstoffe mehr enthalten. Der Großteil ist schon beim „Schreddern“ verloren gegangen und der Rest verflüchtig sich relativ schnell an der Luft.

Lose Teeblätter besser erhalten und werden viel weniger beschädigt während der Produktion. Sie enthalten noch die meisten Nährstoffe des ursprünglichen Teeblattes.

Die richtige Lagerung

Der Tee verliert sein Aroma, wenn er längere Zeit Luft ausgesetzt ist. Deshalb solltest du ihn gut verpackt lagern, am besten in einer extra Teedose.

Er sollte auch vor zu großer Feuchtigkeit geschützt werden, also zum Beispiel nicht im Regal über dem Herd lagern.

Um zu vermeiden, dass Gerüche und Aromen auf deinen Tee abfärben, solltest du ihn nicht zusammen mit Gewürzen lagern.

Er sollte am besten innerhalb von zwei Jahren nach der Ernte getrunken werden. Aber bei dem Geschmack hält er wahrscheinlich nicht mal ansatzweise so lange…

So bereitest du Darjeeling Tee richtig zu

Ein Teelöffel pro 230ml Wasser genügt. Die meisten Leute neigen dazu, zu viel Tee zu nehmen. Grade beim etwas teureren Darjeeling wäre das eine Verschwendung.

Das Wasser sollte bei schwarzem Darjeeling Tee ca. 80-85 Grad heiß sein, also kurz bevor es anfängt sprudelnd zu kochen. Bei Grüntee bitte höchstens 70 Grad heißes Wasser nutzen, also wenn es grade anfängt zu sieden.

Der Tee sollte dann zwischen 1,5 Minuten (Grüntee) und 3-4 Minuten bei schwarzem Darjeeling ziehen. Danach wird er bitter und sein toller Geschmack geht verloren.

Zum Süßen kannst du Zucker oder Honig nehmen. Auch ein Schuss Milch passt sehr gut und ist vor allem in England beliebt. Wenn der Tee hochwertig ist wirst du ihn aber am liebsten pur genießen!

Koffeingehalt in Darjeeling Tee

Eine normale Tasse (230ml) Darjeeling Tee enthalten ca. 50 Milligramm Koffein. variiert je nach Zubereitung. Das ist mehr als bei grünem Tee, aber weniger als bei anderen Schwarztee-Sorten wie dem Assam.

Je länger du den Tee ziehen lässt umso mehr Koffein löst sich aus den Blättern. Es werden aber auch mehr Gerbstoffe freigesetzt und der Tee wird mit längerer Ziehzeit bitterer.

Arten von Darjeeling

Bei Darjeeling wird mehr als bei anderen Tees zwischen Erntezeitpunkten unterschieden. Pro Saison gibt es bei den meisten Tees mehrere Ernten, sogenannte Flushs.

Darjeeling hat drei Haupt-Ernten und zwei zusätzliche Zwischen-Ernten:

  • First Flush: Der erste Tee, der im Frühling nach dem Winter geerntet wird. Die Farbe des Tees ist hell und klar. Die Teeblätter haben einen blumigen Duft. Aufgrund ihrer Frische und Farbe sind die Tees der ersten Ernte im Allgemeinen teurer als solche, die später in der Saison geerntet werden.
  • Second Flush: Er hat eine dunkle, bernsteinfarbene Farbe und einen starken Geschmack, vor allem im Gegensatz zu den Tees des ersten Flushs. Die Teeblätter haben eine violette Blüte und können einen fruchtigen Geschmack haben. Nur der Second Flush hat das unverwechselbare Muskateller Aroma. Deshalb bevorzugen einige Teekenner den Second Flush.
  • Third Flush: Wird auch als Regentee bezeichnet, weil er nach der Monsunsaison geerntet wird. Der Regen und die hohe Luftfeuchtigkeit in dieser Jahreszeit setzen den Teeblättern zu, weshalb Third Flush Darjeeling die niedrigste Qualität hat. Sein Tee hat beim Aufbrühen eine dunkle, kupferfarbenen Tasse.
  • Zwischen-Flush: Wird teilweise zwischen dem First und Second Flush geerntet. Er ist vergleichbar mit dem First Flush Darjeeling, aber von etwas geringerer Qualität und dadurch auch etwas günstiger.


Wie jeder Tee wird auch Darjeeling je nach Qualität und Blattgröße klassifiziert. Die vier bekanntesten Kategorien sind: ganze Teeblätter, gebrochene Blätter, Fannings und Staub.

Ganze Teeblätter sind am hochwertigsten, der Staub (dust) ist am minderwertigsten und wird für Teebeutel verwendet. Es ist mehr oder weniger der „Abfall“, der während der Verarbeitung von Tee entsteht.

Gebrochene Blätter und Fannings sind das, was man am häufigsten als losen Tee bekommt.