Japanische Teezeremonie

Der ZEN-Buddhismus vermittelt ein Leben im Hier und Jetzt, wobei auch jede Handlung bewusst in der Gegenwart wahrgenommen und nicht durch den hektischen Gedankenstrom unterbrochen werden soll. Auch kleinste Handlungen werden konzentriert und achtsam ausgeführt, nach dem Motto: Wenn du läufst, dann läufst du. Wenn du isst, dann isst du. Wenn du schläfst, dann schläfst du.

In unserem Sinne kann das durch die Worte erweitert werden: wenn du Tee trinkst, dann trinkst du Tee. Nur so entstehen innere Ruhe und die Harmonie im Außen. Teetrinken ist dabei ein sehr wichtiges Ritual und kann auch mit dem Servieren kleiner Speisen kombiniert werden.

An den ZEN angelehnt ist entsprechend dann auch die japanische Teezeremonie als ein Ritual, das bestimmten Regeln folgt, von der Zusammenkunft der Gäste über die Kleidung bis zur Darreichungsform des Tees und der Speisen. In Japan gilt der Tee als ideales Getränk, um vom Alltag abzuschalten und auch als Gastgeber fungieren zu können und das Zusammensein zu pflegen. Dazu gehört die innere Einkehr ebenso wie der korrekte Ablauf der Zeremonie.

Gesprochen wird bei dieser kunstvollen Zubereitung und Bewirtung von einem Cha-no-yu, was auf Deutsch etwa so viel heißt wie „heißes Wasser für den Tee“ zu reichen. Wert wird dabei auch auf viel Ästhetik gelegt, besonders im Sinne der Vorbereitung und der Bewirtung. Das ist für die japanische Trink- und Esskultur typisch.

Die vier Prinzipien der japanischen Teezeremonie

Damit du für dich zuhause das Ritual selbst harmonisch gestalten kannst, ist es wichtig, die vier Prinzipien zu kennen, die der japanischen Zeremonie zugrunde liegen, denn es geht, wie du dir denken kannst, natürlich nicht nur um den reinen Teegenuss. Die Zeremonie erfordert daher auch

  • Respekt den Gästen und verwendeten Utensilien gegenüber
  • eine gelassene und ruhige Atmosphäre, die dir ermöglicht, abschalten zu können
  • die Harmonie der Natur und Teesorte
  • und die Reinheit als eine Form der spirituellen Reinigung.

Du kannst dabei leicht bei dir zuhause dafür sorgen, dass diese Prinzipien umgesetzt werden können, und kommst so der wirklichen Zeremonie, die normalerweise in einem japanischen Teehaus zelebriert wird, sehr nahe.

Teesorten und Utensilien für die japanische Zeremonie

Besonders gerne wird für die japanische Zeremonie grüner Tee, Algentee oder Matcha Tee verwendet. Matcha hat seinen Ursprung in China und gelangte so schließlich nach Japan. Er besteht aus Grünteeblättern und hat auch eine gesundheitsfördernde und anregende Wirkung, enthält zwar Koffein, jedoch auch Aminosäuren, die dieses bindet und so erst im Darm freisetzen. Das macht ihn belebend, ohne zu belasten.

Für die Teezeremonie wird das Teepulver verwendet und mit einem kleinen Bambusbesen angerührt. Der Tee schmeckt nicht so bitter wie normaler grüner Tee, eher aromatisch und intensiv, sogar teilweise fruchtig bis nussig.

An Zubehör benötigst du weiterhin

  • Eine Teeschale
  • Eine Teedose
  • Den Teebesen
  • Eine Schöpfkelle
  • Ein Frischwassergefäß
  • Einen Wasserkessel

Wenn du die Zeremonie ganz korrekt abhalten möchtest, kannst du zusätzlich einen Teebambuslöffel und ein seidenes Teetuch aus Seide verwenden.

Es geht darum, die Utensilien für den Ablauf des Teerituals vorzubereiten und zurechtzulegen. Erhältlich ist das Zubehör in Teeläden und im Internet, wird teilweise auch als komplettes Set angeboten. Ansonsten kannst du auch die Teedose verwenden, in der du den Matcha kaufst und eine ausreichend große Keramikschale, um den Tee zu trinken und zu servieren.

Der Ablauf der japanischen Teezeremonie

Planst du eine Zeremonie nach traditionellem Ablauf, lade dazu mehrere Gäste ein. Es müssen nicht zu viele Menschen sein, vielmehr sitzt man im engeren Kreis. Wenn es möglich ist, bereite den Tee im Schneider- oder Yogasitz zu und ermögliche auch deinen Gästen eine ähnliche Sitzsituation.

Zur Vorbereitung gehört nicht nur die Zubereitung des Tees, es werden auch Schüsseln für das Waschen der Hände bereitgestellt. Das ist ein symbolisches Zeichen, um Reinheit zu schaffen und alle Übel abzuwaschen.

Nun bereitetest du die Utensilien vor, stellst die Teeschalen zurecht, setzt das Wasser im Teekessel auf und stellst das Frischwassergefäß dazu. Bei der japanischen Teezeremonie wird normalerweise sowohl ein starker als auch ein dünner Tee serviert. Der starke Tee heißt Koi-cha und ist noch sehr dickflüssig, so dass er fast gelöffelt werden muss.

Danach wird der milde und dünne Tee getrunken, der Usu-Cha heißt und für deine Zwecke völlig ausreicht. Das Teeseidentuch wird jeweils zur Reinigung des Teepulvers und der Utensilien verwendet. Der Matcha Tee muss für die Zubereitung dann mehrfach ausgegossen und vorbereitet werden.

Die Zubereitung des Tees für die Zeremonie

Die Zubereitung ist einfach, wenn du die Utensilien dafür zur Verfügung hast. Es ist dabei auch schön, wenn deine Gäste den Ablauf verfolgen können. Stelle heißes Wasser bereit, aus dem dann Wasser mit der Kelle geschöpft wird. Um es auf 80 Grad Celsius zu bringen, kann das Wasser nach dem Kochen etwa 1 Minute abkühlen.

Für die häusliche Zeremonie wird ausschließlich der dünne Tee zubereitet. Wieviel Teepulver du verwendest, hängt von dem individuellen Geschmack deiner Gäste ab. Versuche, wenn du deren Teevorlieben nicht so gut kennst, den Tee lieber etwas dünner und milder zu machen als zu stark.

  • Verwende den Bambusteelöffel, um das Matcha Teepulver aus der Teedose in die Trinkschalen zu füllen. Pro Schale sind etwa 2 Löffel sinnvoll. Wenn der Ablauf ganz korrekt sein soll, kannst du die Teeschalen auch im Backofen bei 50 Grad Celsius vorwärmen.
  • Nutze nun den Teebesen und fülle in die Schale etwas kaltes Wasser. Verrühre den Tee zu einer glatten Paste, wobei keine Klümpchen entstehen sollten.
  • Schöpfe mit der Teekelle aus dem Teekessel das benötigte heiße Wasser, das auf 80 Grad Celsius abgekühlt ist. Kochendes Wasser sollte nicht verwendet werden. Dieses zerstört die wertvollen Inhaltsstoffe und verändert auch den Geschmack. Pro Teeschale genügen etwa 100 Milliliter, die mit der Paste vermengt werden. Traditionell wird die Teeschale an die Gäste weitergereicht, entsprechend nur eine genutzt. Um jedoch deine Gäste nicht zu verwirren, kannst du auch für jeden eine einzelne Schale zubereiten.
  • Nutze nun erneut den Bambusbesen und feuchte diesen mit heißem Wasser an. Das ist darum nützlich, weil so die Borsten nicht so leicht brechen. Der Tee wird mit dem Besen gerührt und leicht schaumig geschlagen. Nimm dir dafür Zeit und versuche, die Harmonie bei der Zubereitung zu genießen und auch an deine Gäste zu vermitteln.
  • Der Tee ist nun fertig und kann für jeden Gast individuell zubereitet werden. Natürlich erhält, ganz nach japanischer Tradition, der wichtigste Gast die erste Schale. Diese kannst du mit einer leichten Verbeugung überreichen. Der Gast probiert den Tee in einigen kleineren Schlucken und reicht die Schale dann an dich zurück.
  • Mit dem Seidentuch reinigst du die Schale und bereitest nun den eigentlichen Aufguss zu, der nach dem gleichen Ritual erfolgt. Das Tuch dient auch dazu, alle anderen Zubehörteile nach jeder Nutzung zu säubern. Wenn du das Tuch nicht benötigst, kannst du es an deiner Kleidung befestigen, z. B. am Gürtel.
  • Nun wird der Tee in die einzelnen Schalen gegossen oder auch einzeln herumgereicht. Die Ruhe und Harmonie stellen sich dabei automatisch ein und wecken gleichzeitig auch Freude und Gelassenheit. Der Tee wird heiß getrunken, ohne geschlürft zu werden. Er hat meistens eine belebende Wirkung und regt so auch die Unterhaltung an.