Mate Tee richtig zubereiten – einfach oder klassisch

Ähnlich wie schwarzer oder grüner Tee ist auch der Mate Tee umso anregender, je kürzer er zieht. Außerdem hat er diverse positive Auswirkungen auf deine Gesundheit. Natürlich kann auch Mate Tee mehrmals hintereinander gebrüht werden, der bittere Geschmack des ersten Aufgusses tritt dabei immer mehr in den Hintergrund.

Die beiden typischen Mate-Arten sind grüne oder geröstete Mate. Die grüne Variante heißt „Taragin“, die geröstete „Chá Mate“, wobei beide Sorten aus den geschnittenen Blättern und teilweise kleinen Ästchen des Mate Strauchs bestehen. Die grünen Blätter werden als zerkleinertes Schnittgut bei geringer Hitze fermentiert und dann kurz bei 400 Grad Celsius erhitzt. Dadurch verlieren die Blätter an Feuchtigkeit. Die jetzt getrocknete Mate wird noch einmal zerkleinert oder sogar gemahlen.

Die geröstete Variante dagegen wird über offenem Feuer getrocknet, wobei der natürliche Fermentationsprozess gestört wird. Geschmacklich entwickelt der „Chá Mate“ ein rauchiges Aroma.

Natürlich gibt es Mate Tee im klassischen Teebeutel für die einfache und schnelle Zubereitung. Wenn du aber Wert auf Qualität legst solltest du – wie bei allen Teesorten – auf losen Tee zurückgreifen. In einer dunklen, trockenen Dose ist loser Mate Tee bis zu zwei Jahre haltbar.

Mit losem Mate Tee hast du nicht nur ein deutlich besseres Geschmackserlebnis, sondern kannst das Teetrinken mit dem passenden Zubehör auch wie in Südamerika üblich zelebrieren. Dabei wirst du für dich oder auch für Gäste und Freunde die Erfahrung machen, dass diese Art Tee zu trinken das Miteinander fördert und die Lebensgeister weckt.

Westliche Zubereitung des losen Mate Tees

Wer es einfach mag, vielleicht nicht so viel Zeit hat und trotzdem hochwertigen Mate Tee trinken will, braucht nichts anderes als für die Zubereitung von anderen Teesorten:

  • Einen Wasserkocher
  • Ein Glas oder Becher
  • Ein feines Teesieb
  • Und natürlich den Mate Tee
 

Für einen Liter fertigen Mate Tee übergießt du etwa 5 Teelöffel mit heißem Wasser. Der Tee kann etwa 3 bis 5 Minuten ziehen und zwei- bis dreimal neu aufgegossen werden. Ein Tipp, falls dir der Geschmack des ersten Aufgusses zu bitter ist, du aber möglichst wenig von der Wirkung des Tees verlieren willst: übergieße die Teeblätter beim ersten Aufguss mit ca. 40 Grad warmen Wasser (ungefähr eine sehr warme Dusche). Nun lässt du ihn zwei Minuten ziehen, schüttest das Wasser weg und brühst ihn mit kochendem Wasser auf. Nach etwa zwei Minuten kannst du die ersten Schlucke nehmen.

Falls dir ein ganzer Liter oder eine ganze Kanne zu viel ist, kannst du den Tee natürlich auch direkt im Becher aufbrühen. Hier reichen normalerweise ein bis zwei Teelöffel. Bei dieser Zubereitung ist der Geschmack deutlich herber und bitterer, wird aber mit jedem Aufguss milder. Und so eine Tasse leckeren Mate Tees hat man ja schnell getrunken 🙂

Natürlich kannst du den Geschmack auch anders beeinflussen, zum Beispiel indem du ein paar Minzblätter mit aufbrühst, oder den Tee mit Honig süßt. Zur Not geht natürlich auch Zucker, Honig hat aber ein vielfältigeres Aroma und ist deshalb zum Süßen deutlich besser geeignet. Auch ein bischen frischer Zitronen- oder Limettensaft macht sich gut im Mate Tee. Und last but not least gibt es natürlich auch Mate-Mischungen, z.B. mit Zitronenmelisse zu kaufen.

Mate Tee als Beuteltee

Die Vitaminbombe kann auch einfacher zubereitet werden, bleibt jedoch in Geschmack und Wirkung dann eher reduziert. Ist keine Zeit für das Aufgießen des Tees vorhanden, genügt ein Teebeutel, der in einer Tasse mit heißem Wasser aufgegossen wird und ca. 3 Minuten ziehen sollte. Übrigens kannst du Mate Tee auch kalt genießen – einfach heiß aufbrühen und dann abkühlen lassen oder in den Kühlschrank stellen. Du kannst auch weniger vom heißen Wasser nehmen und nach dem Brühen mit der entsprechenden Menge kaltem Wasser auffüllen.

Klassische Mate Tee Zubereitung für das authentische Erlebnis

Das klassische Zubehör für die Zubereitung von Mate Tee sind eine Kalebasse und eine Bombilla. Die Kalebasse ist ein getrockneter Flaschenkürbis in dem der Tee gebrüht wird. Getrunken wird er auch direkt aus der Kalebasse durch ein Röhrchen, der sogenannten Bombilla. Die gibt es in schmaler und breiterer Ausführung, sie hat am unteren Ende aber immer ein Sieb, damit man die Teeblättchen nicht mittrinkt.

Um den Mate Tee traditionell zuzubereiten brauchst du also:

  • eine Kalebasse
  • eine Bombilla
  • den Mate Tee
  • einen Wasserkocher
 

Die westliche Zubereitung mit Sieb und Glas ist zwar einfacher, mit etwas Übung bekommst du es aber auch wunderbar mit Kalebasse und Bombilla hin. So wird der Mate Tee auch in seinem Heimatländern Südafrikas getrunken, zum Beispiel in Brasilien und Argentinien. Dort wird das Trinken des Tees als besonderes Ritual zelebriert. Er steht für die Gemeinsamkeit und Verbundenheit, auch Fremde werden mit einer Yerba Mate willkommen geheißen.

Zubereitung des Mate Tees in der Kalebasse

Die meisten „normalen“ Tees wie Grüntee oder Schwarztee werden alle auf die gleiche Art zubereitet. Diese klassiche Teezubereitung ist etwas einfacher, aber es macht Spaß und ist eine interessante Abwechselung Mate Tee traditionell wie in Südamerika zuzubereiten. Gehe einfach Schritt für Schritt die folgenden Punkte durch und du wirst im Handumdrehen routiniert im Mate Tee kochen. Auf gehts:

Zuerst füllst du die Kalebasse etwa bis zu Hälfte mit den trockenen Mate Tee Blättern. Wenn du deinen Mate Tee gerne stark trinkst nimm ruhig etwas mehr, falls dir der Geschmack zu intensiv ist kannst du auch etwas weniger als die Hälfte füllen. Anschließend hälst du die Kalebasse mit der Hand zu und schüttelst und rüttelst sie etwas. Dadurch setzen sich die größeren Blattteile am Boden ab und die Bombilla wird nicht durch die ganzen kleinen Stückchen verstopft.

Jetzt füllst du die Kalebasse vorsichtig zu etwa einem Viertel mit warmem, aber nicht heißem Wasser. Halte sie dabei etwas schräg. Warte circa zwei Minuten während die Mateblätter das Wasser aufsaugen. Du kannst sie anschließend etwas an den Rand drücken, sodass eine Kuhle entsteht. In der Zwischenzeit kannst du schon Wasser zum Kochen bringen. Die Bombilla kannst du bereits einstecken (dort wo die Kuhle ist), während die Blätter nun etwas ziehen und quellen sollten. Dadurch sinkt das Risiko, dass später das Sieb der Bombilla verstopft.

Das Einzige was noch fehlt ist heißes Wasser. Gieße vorsichtig ca. 85 Grad heißes Wasser bis die Bombilla halb voll ist. Falls du häufiger Tee kochst lohnt sich die Anschaffung eines Wasserkochers mit Temperatureinstellung. Alternativ kannst du kochendes Wasser ein paar Minuten abkühlen lassen. Idealerweise lässt du das Wasser an der Bombilla runterlaufen, damit die Mateblätter nicht zu sehr aufgewirbelt werden. Keine Sorge, falls einige Blätter trocken geblieben sind: beim nächsten Aufguss werden sie bestimmt Wasser abbekommen 😉

Et voila, fertig ist dein Mate Tee nach traditionell-südamerikanischer Zubereitung. Du solltest die Bombilla jetzt möglichst wenig bewegen und auf keinen Fall damit umrühren, sonst wird sie relativ schnell verstopfen. Wenn der Kürbis leer getrunken ist kannst du einfach neues, heißes Wasser nachfüllen und es am Besten wieder die Bombilla entlang laufen lassen. 

Wie bei den anderen Zubereitungsmethoden auch kann der Mate Tee in der Kalebasse problemlos drei bis viermal aufgegossen werden. Der erste Aufguss wird relativ bitter sein, aber auch die meisten Inhaltsstoffe wie Vitamine und Koffein lösen. Ein Nachteil bei der Zubereitung in der Kalebasse gegenüber einem Teesieb ist, dass man den ersten Aufguss nicht ohne weiteres wegschütten kann. Du kannst direkt nach dem Eingießen des heißen Wassers etwas Zucker oder Stevia zum Süßen dazugeben. Mit jedem weiteren Aufguss wird der Geschmack milder und fruchtiger und die Wirkung wird (langsam) schwächer.

Willst du das Ritual mit Freunden zelebrieren, nimmst du den ersten Schluck und reichst den Tee im Uhrzeigersinn an die anderen weiter. Traditionell wird sich für das Überreichen der Kalebasse nicht bedankt. Das „Gracias“ erfolgt erst dann, wenn kein Tee mehr gewünscht wird. Getrunken wird dabei immer in kleinen Schlucken. So kannst du das volle Aroma und auch die anregende Wirkung besser genießen und jeder bekommt was ab.

Tereré - perfekt für den Mate Genuss im Sommer

Ein heißer Tee bei tropischen Temperaturen ist nicht jedermans Sache. Deshalb ist in einigen Südamerikanischen Ländern wie Paraguay und Teilen von Bolivien und Chile eine andere Zubereitungsart mit Eiswasser verbreitet. Das fertige Getränkt heißt dann Tereré.

Die Zubereitung ist fast identisch mit dem normalen Yerba Mate Tee, nur dass man Eiswasser statt heißem Wasser nutzt. Oft werden vor dem Aufgießen zerstoßene Kräuter wie Pfefferminze in das Wasser gemischt. Der Geschmack des Tereré ist etwas milder und die Ziehzeit ein paar Minuten länger, ähnlich wie beim cold brew von „normalem“ Tee.

So reinigst du deine Kalebasse am Besten

Nach dem Genuss ist vor dem Abwasch. Zum Glück ist die Reinigung der Kalebasse ganz einfach: die Mateblätter in den Müll kippen und die Kalebasse mit Wasser auswaschen, sodass keine Matestückchen mehr drin sind. Dann stellst du die Kalebasse zum Trocknen hin. Ganz wichtig: die Öffnung muss nach oben zeigen. Nur so kann die ganze Feuchtigkeit verdunsten. Wenn du die Kalebasse nach nass oder feucht mit der Öffnung nach unten hinstellst wird sie nicht richtig trocknen und es kann sich Schimmel bilden.

Was genau ist eine Kalebasse?

So dient der Kürbis z. B. als hervorragender Resonanzkörper für verschiedene Musikinstrumente, als Trichter, Gefäß, Vase und wird auch für den Transport von Flüssigkeiten verwendet. Die Kalebasse ist damit das optimale Trinkgefäß für den Mate Tee, da sie eine bauchige und runde Form aufweist und im gefüllten Zustand dann stabil bleibt.

Der harmonische Gleichklang, der durch die Kombination aus Mate und Gefäß erzielt wird, begründet sich auch auf der mythologischen Bedeutung der Kalebasse. In der Traditionellen Chinesischen Medizin dient der Flaschenkürbis als magischer Behälter, z. B. für medizinische Tinkturen. Die Kalebasse ist im Feng-Shui ein Hilfsmittel für die Harmonisierung der Lebensenergie. Auch in Afrika symbolisiert die Kalebasse die Fruchtbarkeit und da Universum, genauer Himmel und Erde.

So kannst du deine eigene Kalebasse herstellen

Der Flaschenkürbis, aus dem die Kalebasse hergestellt wird, wächst in tropischen und subtropischen Ländern und kann, wenn er ausgehöhlt wird, vielseitig verwendet werden. Schau einfach bei gut sortierten Gemüsehändlern ob sie Flaschenkürbisse haben. Falls nicht, können sie dir vielleicht sagen, wo du einen solchen Kürbis bekommst. Sobald du ein Exemplar ergattert hast, köpfe den Kürbis im Bereich des Stils, höhle ihn dann komplett aus und lass ihn über Nacht gut trocknen.

Um die Dichtigkeit zu testen, füllst du den getrockneten Kürbis zur Hälfte mit warmem Wasser und lass ihn dann für einige Stunden auf einem Teller stehen. Dabei kann die Flüssigkeit auch in das Material dringen, so dass Wasser nachgefüllt werden muss. Ist alles dicht, kannst du eventuell übriggebliebene Kern- und Fleischreste auskratzen. Jetzt heißt es warten: der Kürbis sollte offen trocknen, bis er dunkelgrün bis schwarz geworden ist. Das kann bei normaler Zimmertemperatur ein bis zwei Wochen dauern. Falls du also möglichst schnell deinen Mate Tee genießen willst solltest du eine fertige Kalebasse kaufen.