Mate Tee – Zubereitung, Qualität und Wirkung

Der südamerikanische Mate Tee ist mittlerweile auch hierzulande ein äußerst beliebtes Aufgussgetränk. Dabei täuscht der Name darüber hinweg, dass es sich bei den zerkleinerten Mate-Blättern eigentlich gar nicht um echten Tee handelt. Obendrein ist Mate ursprünglich auch nicht der Name der Pflanze oder des Getränks, sondern lediglich die Bezeichnung für das traditionelle Gefäß, aus dem einige südamerikanische Völker ihn trinken. Trotz all dieser Mythen verfügt der Mate Tee dennoch über viele gesundheitsfördernde Wirkungen auf den menschlichen Organismus.

Diese und weitere spannende Fakten rund um den Mate Tee erfährst du im folgenden Artikel. Du lernst außerdem, wo die Pflanze herkommt, woran du ihre gute Qualität erkennen kannst und wie du einen klassischen Mate Tee perfekt zubereitest.

Klassische Zubereitung von Mate Tee

Die klassische Zubereitung eines Mate-Getränks ist eine Wissenschaft für sich. Mate Tee wird traditionell aus einer sogenannten Kalebasse – einem Trinkgefäß aus einem ausgehöhlten Kürbis – getrunken. Zunächst füllst du die Kalebasse mit Mate-Blättern und verteilst diese durch vorsichtiges Schütteln gleichmäßig im Gefäß.

Nun feuchtest du die Blätter leicht an. Drücke die Masse am Rand des Gefäßes fest und lasse sie einige Minuten ziehen. Nun gießt du den Tee mit etwa 70° C bis 95° C heißem Wasser auf. Lasse das Wasser dabei vorsichtig entlang des Trinkhalmes (Bombilla) fließen, damit die Blätter nicht wieder aufgewirbelt werden.

Dieser Aufguss wird bei der traditionellen Zubereitung viele Male wiederholt. Vor allem in Gesellschaft von Verwandten und Freunden gilt es als Zeichen der Gastfreundschaft, wenn der Gastgeber den Mate immer wieder neu aufgießt und seinen Gästen anbietet. Dabei soll der Geschmack möglichst gleich bleiben und nicht nachlassen.

Eine solche Zubereitung von Mate Tee gilt in Südamerika als echte Kunst. Die Blätter sind aufgebraucht, wenn sich keine Bläschen mehr bilden oder sie auf der Oberfläche schwimmen.

Zubereitung für Einsteiger

Für Mate-Einsteiger oder gelegentliche Mate-Trinker muss es nicht immer gleich eine Profi-Ausstattung sein. Mate schmeckt selbstverständlich auch aus einer herkömmlichen Tee- oder Kaffeetasse oder einer normalen Teekanne sehr gut. Übergieße dazu einfach einen Mate-Teebeutel mit heißem Wasser und lasse dein Getränk etwa 3 Minuten ziehen. Mate Tee eignet sich auch als kaltes Erfrischungsgetränk an heißen Sommertagen. Lasse ihn dazu gut abkühlen und gib eventuell einige Eiswürfel hinzu.

Wenn du die vielfältigen gesundheitsfördernden Wirkungen des Mate Tees erhalten möchtest, solltest du ihn jedoch traditionell aus losem Tee zubereiten. Auf diese Weise bleibt der hohe Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen am besten erhalten und diese können von deinem Körper gut aufgenommen werden.

Inhaltsstoffe und Wirkung von Mate Tee

Schon bei den südamerikanischen Ureinwohnern waren Mate-Getränke sehr beliebt. Ihnen wurde schon damals eine belebende, anregende, stimulierende und leistungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Heute ist bekannt, dass Mate Tee einen hohen Anteil an Koffein enthält, der die beschriebenen Wirkungen erklärt. Hier haben wir ausführlich beschrieben, was Mate Tee für deinen Gesundheit tun kann.

Mate Tee bringt den gesamten menschlichen Stoffwechsel in Schwung, macht dadurch auf eine gesunde Art und Weise wach und steigert die Konzentrationsfähigkeit. Da außer dem Koffein jedoch auch viele Vitamine, Mineralien und Antioxidantien enthalten sind, bleiben die sonst unerwünschten Nebenwirkungen des Koffeins wie Kopf- oder Magenschmerzen aus. Zusätzlich regt der Konsum von Mate Tee die Verdauung an und wird deshalb auch zur Unterstützung bei Diäten empfohlen.

Mate Tee gilt also aufgrund der Vielzahl der enthaltenen Vitamine und Mineralien als sehr gesund und wohltuend. Ihm werden einige therapeutische Eigenschaften zugeschrieben, weshalb Mate Tee zu den Arzneitees zählt und auch von Apotheken verkauft wird.

Mate enthält die Vitamine A, B1, B2 und C sowie zahlreiche wertvolle Pflanzenstoffe. Er wirkt stimulierend und aktivierend auf Nerven und Muskeln, stärkt den Kreislauf und hat eine leicht abführende Wirkung. Aufgrund der enthaltenen Gerbstoffe kann Mate Tee auch die äußerliche Behandlung von Hauterkrankungen, Ausschlägen und Ekzemen unterstützen.

Gelegentlich wird einem hohen Konsum von Mate Tee auch eine krebserregende Wirkung unterstellt. Insbesondere Lungen-, Blasen- und Speiseröhrenkarzinome werden in Studien immer wieder mit Mate Tee in Verbindung gebracht. Hierfür sind wahrscheinlich die Kohlenwasserstoffe verantwortlich, die beim Räuchern der Mate-Blätter entstehen.

Der Zusammenhang mit Krebserkrankungen ist bislang jedoch rein statistisch und nicht kausal nachgewiesen. Die Stiftung Öko-Test untersuchte im Jahr 2017 verschiedene Sorten von Mate Tee und wies in einer hohen Zahl der Proben Schadstoffe nach. Empfehlenswert und gesundheitlich unbedenklich ist daher ein mäßiger Konsum von Mate Tee und die Wahl eines Bio-Produktes.

So erkennst du hochwertigen Mate Tee

Mate Tee ist auf dem weltweiten Markt in unterschiedlichen Qualitäten erhältlich. Hochwertiger Mate Tee ist vor allem in Reformhäusern, Bio-Läden und Apotheken, aber auch in gut sortierten Supermärkten oder online zu bekommen. Insbesondere hinsichtlich der Anbaubedingungen, der Herkunft und der weiteren Verarbeitung bestehen jedoch teilweise deutliche qualitative Unterschiede, die du vor dem Kauf kennen und beachten solltest.

Herkunft

Hochwertiger Mate Tee stammt aus südamerikanischen Anbaugebieten. Bei Produkten mit anderen Herkunftsangaben handelt es sich in der Regel nicht um echten Mate, sondern um Imitate.

Reife- und Erntezeit

Um seinen vollen, leicht erdigen und kräftigen Geschmack zu erhalten, benötigt Mate eine ausreichende Reifezeit. Schnell hochgezüchtete Pflanzen bilden weniger Aromen und schmecken daher auch weniger intensiv. Eine gute Qualität erhält man, wenn die Pflanzen frühestens nach einer zweijährigen Wachstumszeit zum ersten Mal abgeerntet werden.

Aussehen und Konsistenz

Eine hohe Qualität deines Mate Tees erkennst du auch an seinem Aussehen und seiner Konsistenz. Die Farbe sollte grün bis leicht gelblich sein. Bräunliche Färbungen weisen dagegen auf eine minderwertige Ware hin. Ebenso sollten die Teeblätter gut abgetrocknet sein und leicht frisch und aromatisch duften. Anzeichen von Feuchtigkeit oder ein modriger Geruch sind dagegen Hinweise auf eine minderwertige Verarbeitung.

Grundsätzlich solltest du Mate Tee aus biologischem Anbau oder aus Wildpflanzen bevorzugen, wenn du sichergehen möchtest, dass du eine hohe Qualität bekommst.

Mate Tee ist herb und intensiv im Geschmack

Die klassische Yerba Mate gibt es im Wesentlichen in drei verschiedenen Varianten, die sich zwar im Geschmack, nicht aber in der Zubereitung unterscheiden:

  • Die puren, zerkleinerten Mateblätter haben ein leuchtendes Grün und sind intensiv, aber trotzdem klar im Geschmack.
  • Wer ein vielfältigeres, leicht rauchiges Aroma bevorzugt, ist mit gerösteten Mateblättern gut bedient. Sie sind wesentlich dunkler als die unbehandelten Blattteile und je nach Röstgrad fast schwarz. Durch die Hitze beim Rösten karamellisiert der in den Blättern enthaltene Zucker. Dadurch ist der Geschmack des Tees zwar herb, aber nicht bitter.
  • Als weitere Variante der grünen Mate gibt es noch den sogenannten argentinischen Blattschnitt. Hier sind den Blattstücken noch kleine Teile von Ästen des Mate Strauches beigemischt. Diese Art des Mate Tees wird deshalb auch „con palo“ (wörtlich: „mit Stöckchen“) genannt. Die beigemischten Ästchen sorgen für einen milderen Geschmack – wer auf seine Zunge achtet wird sogar eine minimale Süße rausschmecken.

Benötigtes Zubehör - Kalebasse, Guampa und Bombilla

Der Name „Mate“ stammt ursprünglich vom Quechua-Begriff „mati“ ab. So nannten die Ureinwohner Südamerikas früher das Trinkgefäß, aus dem sie den Tee tranken. Dieses Gefäß ist heute besser bekannt unter dem Namen Kalebasse. Mate dagegen hat sich zunehmend als Name für das Getränk durchgesetzt.

Für die Herstellung einer Kalebasse aus einem Kürbis benutzt du am besten einen länglich geformten Flaschenkürbis. Schneide diesen quer durch und höhle ihn aus. Damit das Gefäß dicht ist und der Tee nicht heraussickert, musst du es mehrfach mit einer Schicht aus Mate-Blättern und wenig Wasser einreiben und diese dann gut abtrocknen lassen. Dieser Trocknungsprozess ist sehr wichtig, damit das Gefäß dicht ist, nicht zu faulen beginnt und die Bitterstoffe des Kürbisfleisches nicht den Geschmack des Getränks verfälschen.

Natürlich kannst du mittlerweile auch fertige Kalebassen im Handel kaufen. Die Auswahl reicht von einfachen Modellen bis hin zu kunstvoll gefertigten, wunderschönen Einzelstücken.

Auch eine Guampa ist ein traditionelles Trinkgefäß für Mate Tee, das früher aus Horn gefertigt und mit Metall oder sogar Silber verziert wurde. Heute werden ähnliche Trinkgefäße auch aus Holz hergestellt.

Eine Bombilla dagegen ist eine traditionelle Trinkhilfe, die ähnlich wie ein Strohhalm benutzt wird. Sie besteht aus drei Einzelteilen. Am oberen Ende befindet sich ein Mundstück, darunter sitzt eine Art Trinkhalm. Am unteren Ende hat die Bombilla ein kleines Sieb, das verhindern soll, dass beim Trinken kleine Blätter mit eingesogen werden.

Wenn du dich erstmals mit der Zubereitung von Mate Tee beschäftigst, wirst du im Handel rasch auf sogenannte Mate-Sets stoßen. Diese sind eine gute Möglichkeit für Einsteiger, den Mate Tee traditionell zuzubereiten. Es gibt jedoch auch echte Profi-Sets, die keine Wünsche offen lassen und eine schöne Geschenkidee darstellen. Ein traditionelles Mate-Set besteht in der Regel aus Mate Tee, einer Kalebasse und einer Bombilla.

Herkunft und Anbaugebiete des Matebaums

Mate Tee wird aus den zerkleinerten Blättern des Mate-Strauchs oder auch Mate-Baums (lateinisch Ilex paraguariensis) hergestellt. Dieser Strauch gehört zur Gattung der Stechpalmengewächse und kommt natürlicherweise in Südamerika, überwiegend in den Ländern Paraguay, Argentinien und Brasilien vor.

Dort herrschen für den Ilex paraguariensis mit einer gleichbleibenden Durchschnittstemperatur von etwa 20 bis 23 Grad nahezu ideale Wachstumsbedingungen. Die Pflanze profitiert außerdem auch von den Höhenlagen dieser Länder und gedeiht auf etwa 400 bis 800 m über dem Meeresspiegel. Eine mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls förderlich für das Pflanzenwachstum.

Auf Spanisch wird der Mate-Strauch Yerba genannt, was in etwa „Kraut“ bedeutet. Doch auch dies ist botanisch eigentlich nicht korrekt. Aufgrund seiner Höhe und der Pflanzenstruktur zählt Mate eher zu den Bäumen. Sein Stamm erreicht einen Durchmesser von bis zu 30 cm. Insgesamt kann die Pflanze eine Höhe von 12 bis 14 m erreichen, wobei die Pflanzen auf den Plantagen häufig kleiner bleiben und schneller ersetzt werden. Für den Tee werden lediglich die Blätter des Strauches verwendet, die mit Höchstmaßen von etwa 20 cm x 8 cm außergewöhnlich groß sind. Für die Teeproduktion werden sie zerkleinert oder gemahlen und manchmal auch geräuchert.

Bis heute bilden die Urwälder Südamerikas die Heimat des Mate-Strauchs. Die Hauptanbaugebiete liegen in Grande do Sul in Brasilien, Gran Chaco in Bolivien, in Teilen Chiles und in Santa Catarina (ebenfalls Brasilien). In den Flussniederungen des Rio Paraná (Brasilien, Paraguay und Argentinien) kommen auch heute noch wilde Mate-Pflanzen vor.

Der landwirtschaftliche Anbau des Mate konzentriert sich ebenfalls auf die Länder Paraguay, Uruguay, Brasilien und Argentinien. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wird Mate hier konventionell angebaut, geerntet und in die ganze Welt verkauft. Ein nicht unerheblicher Teil des Mate Tees auf den westlichen Märkten stammt jedoch auch heute noch von wilden Mate-Pflanzen.

Herstellung von Mate Tee

Die landwirtschaftliche Nutzung des Mate-Strauches gestaltet sich schwierig. Bereits die Züchtung der Keimlinge aus den Mate-Früchten ist aufwändig, da diese mechanisch aufgebrochen und mehrere Monate eingeweicht werden müssen, bevor sich die ersten Triebe bilden. Da der Mate-Strauch besonders in den ersten Lebensjahren als sehr lichtempfindlich gilt, müssen die Pflanzen auf den Plantagen künstlich beschattet werden. Erst bei regelmäßigem Grünschnitt bilden sich kräftige, stabile Stämme.

In der Regel gilt, dass nach einer Anbauzeit von etwa vier Jahren die ersten Blätter für die Teeproduktion geerntet werden können. Dieser aufwändige Anbauprozess macht den Mate zu einem kostbaren Gut und ist ein Grund für die hohen Verkaufspreise, die dieser erzielt.

Die Mate-Blätter werden im südamerikanischen Winter etwa von Mai bis September geerntet. Dabei werden zunächst ganze Äste vom Strauch geschnitten, von denen anschließend in einem zweiten Schritt die Blätter gelöst werden. Diese werden nun entweder fermentiert oder geröstet. Bei der Fermentierung werden die Blätter zerkleinert, erhitzt und anschließend getrocknet.

Bei der Röstung dagegen werden Blätter, Stiele und Jungtriebe verarbeitet und über einem offenen Feuer drehend geräuchert. Durch dieses schonendere Vorgehen bleibt die natürliche Grünfärbung des Mate Tees erhalten und es bildet sich ein besonders intensiver, vollmundiger Geschmack.

Weltweit werden jährlich etwa 300.000 Tonnen Mate Tee produziert. Diese riesige Menge wird allerdings nicht ausschließlich als loser Tee, sondern auch als Zusatz in Erfrischungsgetränken, Instant-Tee oder anderen Superfood-Produkten verkauft.

Die Geschichte der Yerba Mate

Erstmals entdeckt wurde der Mate Tee als Getränk des südamerikanischen Indianerstammes Guarani. Dieser Indianerstamm lebte auf dem Gebiet des heutigen Argentinien und Paraguay. Überliefert ist, dass die Guarani die Blätter des Mate-Baumes zerkauten oder sie mit Wasser übergossen und tranken.

Auch andere Stämme, beispielsweise die Inkas, die Charruas und die Araucanos, übernahmen diese Bräuche. Für sie war der Mate-Baum heilig und hatte eine besondere spirituelle Bedeutung. Heute wird davon ausgegangen, dass den Indianervölkern auch die heilenden Wirkungen des Mate Tees bereits bekannt waren.

Ende des 16. Jahrhunderts berichtete der spanischstämmige Gründer der Stadt Buenos Aires, Pedro de Mendoza, von einem Getränk der Ureinwohner, das aufputschend wirke. Schon im 17. Jahrhundert wurde in ganz Südamerika ein reger Handel mit Mate betrieben. Der weltweite Verkauf begann jedoch erst deutlich später, nachdem zunehmend europäische Forscher und Entdecker durch Lateinamerika reisten.

In den Jahren 1816 bis 1822 war es der Franzose Auguste de Saint-Hilaire, der die Mate-Pflanze zum ersten Mal botanisch beschrieb. Im Jahr 1895 reiste der Botaniker Moses Bertoni aus der Schweiz nach Paraguay. Von ihm wurde der Mate-Strauch erstmals systematisch klassifiziert. Im Laufe der Jahrhunderte hielt die Mate-Tradition außerdem Einzug in die argentinische Folklore. Sie wurde zu einem festen Bestandteil der Kultur argentinischer Cowboys, der sogenannten Gauchos. Bis heute ist die traditionelle Mate-Zubereitung in Argentinien weit verbreitet.