Oolong Tee – Zubereitung, Qualität und Wirkung

Kaum eine Teesorte bietet so hohen Genuss wie der Oolong Tee. Ob als sagenumwobenes Getränk in der asiatischen Heimat, als Naturheilmittel, dass heute noch in der traditionellen chinesischen Medizin vorkommt oder in Europa eher als Genussmittel für Teeliebhaber, der Oolong Tee fasziniert auf vielfältige Art und Weise.

Eine kleine Geschichte des Oolong Tees

Der aus China stammende Oolong Tee geht dort aus einer Sage hervor. Es heißt dort, ein Bauer wurde bei der bevorstehenden Ernte der Teeblätter durch einen schwarzen Drachen gestört und verließ aus Furcht das Feld. Die zurückgebliebenen Teeblätter oxidierten derweil in der Sonne. Als der Bauer nach wenigen Tagen auf das Feld zurückkam, hatte sich durch die Oxidierung ein herrliches Aroma gebildet, dass den Tee auch heute noch so besonders macht. Diese Legende gab der Teesorte auch ihren exotischen Namen, denn Oolong steht im Chinesischen für „Schwarzer Drache“.

Oolong ist im eigentlichen Sinne keine Teesorte, die sich mit anderen Sorten vergleichen lässt. Vielmehr stellt der Oolong eine eigene Gattung dar, die durch die Fermentierung der Teeblätter erreicht wird.

Wie wird Oolong hergestellt?

Die reifen Blätter werden im asiatischen Anbaugebiet gepflanzt und nach der Ernte noch für einige Zeit in der Sonne ausgelegt. Im Anschluss an die Trocknung in der Sonne gibt man die Blätter in einen kühlen Raum, damit sie dort ruhen können. Sind die Blätter nun einige Zeit kühl gelagert wurden, werden sie in Bambusblättern eingerollt, sodass die Kanten der Blätter aufbrechen und der Prozess der Fermentierung in Gang gesetzt wird.

Der Oolong Tee gehört zu den halbfermentierten Genussmitteln, denn der Prozess der Fermentierung wird nach zwei Stunden unterbrochen. Nun gibt man die Teeblätter in eine Eisenpfanne, die im Ofen oder über der offenen Flamme zur Trocknung der Teeblätter beitragen. Sind die Blätter gut getrocknet, werden diese sofort luftdicht verpackt, damit das besondere Aroma des Tees erhalten bleiben kann.

Vielseitiges Geschmacksspektrum

Der Oolong Tee lässt sich nicht mit anderen Teesorten vergleichen. Genaugenommen spricht man beim Oolong Tee auch nicht von einer Sorte, denn durch den Prozess der Fermentierung, und der Handhabung während der Verarbeitung, gibt es ein weites Spektrum an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die alle der Gattung des Oolong Tees zugehörig sind.

So reicht der Geschmack von einem Oolong Tee von einem blumig-fruchtigen Aroma bis hin zu Oolong Tees, die eher einen herben Geschmack enthalten.

Somit bietet der Oolong eine ganze Breite an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, die jedoch allesamt vollmundig sind und für höchsten Teegenuss stehen.

Der unterschiedliche Geschmack hängt dabei vor allem in der Verarbeitung der Teeblätter ab. Wie lang werden die Blätter in der Sonne gelagert und wie lange werden sie kühl im schattigen Raum ruhen gelassen. Wann genau wird die Fermentierung unterbrochen und wie schnell werden die Blätter wieder getrocknet?

All diese Faktoren, die selten minutengenau bei der Verarbeitung der Teeblätter vonstattengehen, sind maßgeblich am Aroma und Geschmack des Tees beteiligt.

Wo kommt guter Oolong Tee her?

Traditionell stammt der Oolong Tee aus China, wo er auch seit vielen Jahrhunderten eine große Bedeutung in der TCM, der traditionellen chinesischen Medizin spielt. Mittlerweile werden die besonderen Teeblätter aber auch in anderen asiatischen Anbaugebieten, so zum Beispiel in Japan, Darjeeling, Vietnam und Thailand angebaut. Oolong Tees mit etwas anderem Geschmackscharakter entstehen nun auch immer häufiger im Afrikanischen Raum, so zum Beispiel Kenia und Malawi.

Je nach Anbaugebiet kann sich der Geschmack des Tees unterscheiden. Während in taiwanesischen Auslesen einen eher würzigen Geschmackscharakter haben, deren zartes Aroma sich besonders bei den Frühjahrsernten zeigt, haben traditionelle Ernten aus chinesischen Anbaugebieten einen eher herben, leicht bitteren Geschmack.

Bekannte Oolong Tee Sorten

Phönix Dan Cong sowie Te Kwan Yin sind traditionell hergestellte chinesische Oolong Sorten erster Güte, die dank des intensiven blumig-fruchtigen Aroma und dem angenehmen Nachgeschmack zu den beliebtesten Oolongs weltweit zählen.

Aus dem weltberühmten Taiwanesischen Anbaugebiet Formosa kommt der gleichnamige Oolong, der durch einen kürzeren Fermentierungsprozess ein besonderes Geschmackserlebnis bieten kann. Ein frisches blumiges Aroma entfaltet der Oolong Tee aus der Taiwanesischen Region, wenn die Blätter im Frühling geerntet wurden. Bei späterer Ernte entfaltet der Tee einen leicht würzig-herben Geschmack.

Ebenfalls aus Formosa stammt der besondere Tee Milky Oolong. Auch ohne den Schuss Milch, den viele Liebhaber von hochwertigen Tees in das Heißgetränk geben, entfaltet der Milky Oolong ein ganz besonderes, süßes Milcharoma. Der cremig anmutende Tee aus Taiwan enthält sein spezielles Aroma durch eine besondere Prozedur.

Nach der Fermentierung wird den Teeblättern mittels kochender Milch das süße Aroma beigemischt. Durch die Hitze öffnen sich die Poren in den Teeblättern, nehmen das milchige Aroma auf, und halten dieses beim Abkühlen weiterhin bei. Ein ganz besonderer Tee entsteht.

Ein nussig anmutendes Aroma zeigt sich beim Genuss des ebenfalls aus Taiwan stammenden Jade Oolong. Sein intensiver Geschmack spricht besonders die bekennenden Teeliebhaber an.

So bereitest du den perfekten Oolong Tee zu

Traditionell sagt man in der Heimat des Oolongs, dass die Blätter dreimal für Genuss sorgen können:

  • Der erste Aufguss wird in China Aufguss des guten Dufts genannt
  • Der zweite Aufguss heißt traditionell Tee eines guten Geschmacks
  • Der dritte und letzte Aufguss bedeutet Tee einer langen Freundschaft.
 

Mit jedem erneuten Aufguss können erfahrene Teekenner den Blättern des Oolongs ein neues Aroma entlocken und so mehrfachen Genuss erleben.

Für den Aufguss von hochwertigen Oolong Tees eignet sich am besten eine Kanne aus Ton, in der sich mit jedem Aufguss eine Patina im inneren der Kanne ansammelt, die ebenfalls zum Aroma des Tees beitragen wird.

Für die Zubereitung eines guten Oolong Tees benötigt man also:

  • Tonkanne
  • Pro Tasse 200 Ml Wasser sowie etwa 3 Gramm Oolong Teeblätter
 

Nach alter chinesischer Tradition wird zunächst die Tonkanne durch das Einfüllen von heißem Wasser kurz angewärmt.

Nach dem Entleeren der Kanne werden die Teeblätter in die Kanne hineingegeben. Nun wird der Tee aufgegossen. Dafür sollte aber niemals kochendes Wasser verwendetet werden, da die Hitze die Aroma – und Bitterstoffe in den Teeblättern zerstören kann.

Im besten Fall eignet sich weiches Wasser, dass eine Temperatur von etwa 85 Grad hat.

Nach westlicher Art sollte der Oolong Tee nun etwa 4 Minuten ziehen, bei den weiteren Aufgüssen wird die Zeit verlängert, so dass sich immer wieder ein anderes Geschmackserlebnis bietet.

Zubereitung nach Gongfu cha

Teeliebhaber, die den alten chinesischen Teezeremonien nacheifern, bereiten den Oolong Tee nach chinesischer Gongfu Cha Methode zu.

Diese Methode der Zubereitung unterscheidet sich im Wesentlichen durch eine kürzere Ziehzeit. Durch die enorm kurze Zeit, die der Tee ziehen kann, werden die Aromastoffe schneller gelöst als die in den Blättern enthaltenen Bitterstoffe. Das Aroma entfaltet sich also besser bei den bis zu sieben Aufgüssen der Blätter.

Was benötigt man für die Zubereitung nach Gongfu Cha Art?

  • Ein bauchiges Gefäß, je nach Anzahl der Zeremonie-Teilnehmer.
  • Ausgussgefäß
  • Pro Tasse benötigt man etwa 150 Milliliter Wasser
  • Etwa 5 Gramm Blätter pro Tasse

Grundsätzlich sollte Tee mit weichem Wasser aufgegossen werden, damit der Tee sein vollmundiges Aroma vollends entfalten kann. Beim Aufguss mit hartem Wasser kann es zu Trübungen des Geschmackserlebnisses kommen.

Optimalerweise wird Oolong Tee mit ca. 90 Grad heißem Wasser aufgegossen. Besonders einfach geht das, wenn du einen Wasserkocher mit Hitzeregler hast. Falls nicht, kannst du das Wasser in deinem normalen Wasserkocher zum Kochen bringen. Nun füllst du die Tonkanne zu ca. einem Viertel mit dem kochenden Wasser und tust den Deckel drauf, damit sie sich erhitzt. Die restlichen drei Viertel lässt du im Wasserkocher ca. 3 Minuten abkühlen.

Nach ein bis zwei Minuten schüttest du das Wasser aus der Kanne weg. Nachdem das Wasser ausgekippt wurde tust du etwa 3 Teelöffel (entspricht ca. 6 Gram) des Oolongs in die Kanne. Teekenner nutzen den Moment, um den herrlichen Duft zu genießen, den die Teeblätter in der warmen Tonkanne verströmen.

Teekenner lieben den Duft, der sich nun in dem Gefäß ausgebreitet hat. Nutze den Augenblick und genieße auch Du dieses besondere Aroma.

Das restliche Wasser hat jetzt die optimale Temperatur, um die Teeblätter in der Tonkanne zu übergießen. Lass den Tee etwa 40 Sekunden ziehen und gieß ihn dann langsam in das Aufgussgefäß. Jetzt kannst du den Tee in die Teetasse gießen und dich an den feinen Nuancen des Oolong Tee Aromas erfreuen. Tipp: schütte immer nur wenige Schlucke in die Tasse. So bleibt der Tee im Aufgussgefäß länger warm und kühlt in der Tasse schnell genug ab, um ihn zu trinken.

Für den vollen Geschmack kannst du den Tee schlürfen. Das ist hierzulande zwar verpönt, aber kein Problem, wenn man allein Zuhause oder in entsprechender Gesellschaft ist. Alternativ kannst du auch einen Schluck Tee im Mund hin und her gehen lassen.

Du kannst den Tee bis zu sieben Mal aufgießen. Mit jedem neuen Aufguss braucht der Tee aber circa 10 Sekunden mehr Zeit, um genug Aroma abzugeben. Wenn du wirst überrascht sein, wie sich der Geschmack mit jedem Aufguss verändert und was für neue geschmackliche Nuancen hervortreten.

Nimm dir die Zeit für die Gongfu Cha Zubereitung und lass dich auf die Situation ein. Der Duft des trockenen Oolong in der warmen Teekanne, der feinherbe Geschmack eines hochwertigen Tees und seine Entwicklung über die verschiedenen Aufgüsse sind immer wieder aufs Neue eine spannende und erholsame Reise durch den Gaumen.

Welche Wirkung hat Oolong Tee?

Das Tee als kalorienarme Heißgetränk zu den Lieblingen von gesundheitsbewussten Menschen zählt, weiß jeder. Aber welche Wirkung auf die Gesundheit hat Oolong Tee?

Oolong Tee macht munter

Im Oolong ist eine nicht geringe Menge Koffein enthalten, sodass Oolong Tees als wahre Muntermacher gelten. Da er aber, anders als Kaffee, nur geringe Mengen Gerbstoffe enthält, ist er als magenschonende Alternative zum Kaffee anzusehen.

Wer morgens einen Koffeinschub benötigt, sollte also lieber zum Tee greifen, der morgens aufgebrüht, auch über den ganzen Tag verteilt getrunken werden kann.

Anti-aging durch den Genuss von Oolong

Oolong führt dem Körper nicht nur ausreichend Flüssigkeit zu, die der Körper dringend benötigt, um Schadstoffe aus dem Körper zu befördern und den Stoffwechsel zu aktivieren. Die im Tee enthaltenen Antioxidantien sorgen ebenfalls für eine Verjüngung der Zellen indem alte Zellen abtransportiert werden. Außerdem enthält der besondere Tee zahlreiche Mineralien und Vitamine, die die Gesundheit fördern.