Schwarzer Tee – Seine Wirkung und wie du ihn richtig zubereitest

Was ist schwarzer Tee?

Wenn in der westlichen Welt nur allgemein von Tee gesprochen wird, ist meistens der schwarze Tee gemeint. Egal ob Eistee, Frühstückstee, oder der klassische britische Afternoon Tea – alle diese bekannten Teearten werden klassischerweise aus schwarzem Tee gemacht. Auch beliebte Teemischungen wie Earl Grey oder English Breakfast bestehen hauptsächlich aus Schwarztee.

In östlichen Kulturkreisen hingegen, zum Beispiel in Japan oder China, ist grüner Tee deutlich prominenter als schwarzer. Doch was ist der Unterschied zwischen schwarzem und grünem Tee? Und wieso ist schwarzer Tee im Westen so beliebt geworden?

Die Ursprünge des schwarzen Tees

Es gilt als erwiesen, dass Tee ursprünglich aus China stammt. Doch nicht der schwarze, sondern der frisch und zart schmeckende grüne Tee wurde im Fernen Osten populär. Er bildet auch heute noch Grundlage der dortigen Teekultur. Ab Ende des 16. Jahrhunderts, als Tee ein Exportschlager wurde und über Länder, Ozeane und Kontinente hinweg transportiert wurde, entdeckte man, dass stark oxidierter – also schwarzer – Tee seine Frische und seine Aromen während den langen Reisen deutlich besser behielt als sein grüner Compagnon.

In den frühen Tagen des Teehandels zwischen China, Tibet, Nepal und anderen Nachbarländern, wurde fermentierter, getrockneter Tee zu Barren gepresst und sogar als Zahlungsmittel genutzt. Bis heute ist China einer der größten Teeexporteure der Welt.

Niederländer brachten den Tee im Jahre 1610 erstmals nach Europa. In England verbreitete sich Tee ab ca. 1650 und weitere 50 Jahre später wurde das Getränk auch in den amerikanischen Kolonien Großbritanniens immer beliebter. Im 18. Jahrhundert explodierte die Nachfrage, als England die Zuckerimporte aus seinen karibischen Kolonien immer weiter ausbaute. Um 1800 konsumierte jeder Engländer im Schnitt 1,2 Kilogramm Tee und satte 7,7 kg Zucker im Jahr.

Teilweise wird angenommen, dass der einfachere Zugang zu Zucker dazu geführt hat, dass der zwar besser haltbare, aber auch deutlich herbe schwarze Tee beliebter wurde als Grüntee-Importe.

Die nächste große „Schwarztee-Welle“ entstand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Teepflanze Camellia sinensis assamica 1823 in der indischen Region Assam entdeckt wurde.

Diese Sorte war für die Produktion des beliebten, herben und kräftigen Schwarztees viel besser geeignet als die Blätter aus China. Nur wenige Jahre später, um 1835, begannen die Engländer in der Teegärten in der indischen Region Darjeeling an der Grenze zu Nepal anzulegen.

Da Indien zu der Zeit eine britische Kolonie war, wurden die verschiedenen Sorten des schwarzen Tees schnell zu Exportschlagern nach England.

Verarbeitung von schwarzem Tee

Bevor wir uns damit beschäftigen, wie schwarzer Tee schwarz und grüner Tee grün wird, ist es wichtig festzuhalten, dass beide Teesorten von genau der gleichen Pflanze stammen: der Camellia sinensis. Die genaue Gattung dieser Pflanze und insbesondere wie ihre Blätter verarbeitet werden, entscheiden um ein Tee schwarz oder grün wird.

Schwarztee Sorten

Camellia sinensis assamica ist eine Art der großblättrigen Teepflanze, die vorwiegend zur Herstellung von schwarzem Tee verwendet wird. Ursprünglich stammt sie aus dem indischen Distrikt Assam und bevorzugt warme, feuchte Klimazonen. Sie fühlt sich also besonders in subtropischen Gegenden wohl.

Der kleinblättrige Teestrauch Camellia sinensis sinensis hat, wie der Name vermuten lässt, seine Heimat in China. Er wird hauptsächlich zur Herstellung von grünem und weißem Tee verwendet. Die Pflanze gedeiht am besten in sonnigen, trockenen Regionen mit tendenziell kühleren Temperaturen. Da sie recht robust gegenüber Kälte ist, wird diese Teepflanze häufig in Bergregionen angebaut.

Aus diesen beiden Camellia sinensis Arten haben sich im laufe der Zeit hunderte Kreuzungen und Hybride entwickelt. Grundsätzlich kann aus jeder Camellia sinensis Pflanze jede klassische Teesorte hergestellt werden – egal ob weißer, gelber, grüner, schwarzer, Oolong oder pu-erh Tee.

Oxidation

Der grundlegende Unterschied zwischen schwarzem und grünem Tee ist, dass die Teeblätter für schwarzen Tee während des Verarbeitungsprozesses vollständig oxidieren können, bevor sie durch Hitze getrocknet werden.

Die Teeblätter werden zuerst vorsichtig aufgebrochen. Während der Oxidation reagiert der Sauerstoff der Luft dann mit dem Zellsaft der beschädigten Blätter. Dabei verfärben sich die Blätter und bekommen ihre typische, satte dunkle Farbe. Durch einen ähnlichen Prozess verfärben sich auch geschälte Apfel oder Bananen, wenn man sie einige Zeit offen liegen lässt.

Die Oxidation des Tees ändert aber nicht nur seine Farbe, sondern vor allem den Geschmack. Die entstandenen Gerbstoffe geben dem schwarzen Tee seine charakteristische Note. Je nach Sorte schmecken die schwarzen Teeblätter malzig, leicht fruchtig und teilweise sogar etwas rauchig.

Bei grünem Tee wird dieser Oxidationsprozess schon nach kurzer Zeit gestoppt. Nach der Ernte werden sie schnell erhitzt, um die Reaktion des Sauerstoffes mit dem Zellsaft zu verhindern. So behalten die Teeblätter nicht nur ihre grünliche Farbe, auch der ursprüngliche Geschmack wird kaum verfälscht. Der Aufguss von grünem Tee hat deshalb eine sehr helle, grüne Farbe (man spricht bei Tee auch von der „Tasse“). Geschmacklich ist er viel weicher als schwarzer Tee und hat typischerweise eine sehr pflanzliche, leicht grasige Note.

Arten der Verarbeitung

Es gibt zwei verschiedene und weit verbreitete Methoden, um schwarzen Tee herzustellen:

  • Die orthodoxe Methode ist relativ zeitaufwendig, aber auch die schonendere Variante. Hierbei bleiben die Teeblätter während der Verarbeitung ganz oder werden nur teilweise zerbrochen. Nach der Ernte auf den Teeplantagen werden die Blätter teil-getrocknet, um den Feuchtigkeitshalt zu reduzieren. Anschließend werden sie gerollt, um die Zellwände der Blatter zu zerdrücken. So kommt der Zellsaft mit der Luft in Kontakt und die Oxidation startet. Durch das anschließende Trockenen bei großer Hitze wird die Oxidation gestoppt. Zum Schluss werden die Blätter des schwarzen Tees nach Qualität sortiert.
  • Die nicht-orthodoxe oder auch Crush-Tear-Curl (CTC) Methode geht deutlich schneller und wird deshalb für die Massenproduktion von einfachem schwarzem Tee genutzt. Dabei werden die Teeblätter durch Maschinen in klein Stücke geschnitten statt sie zu rollen. Die Blattstückchen sind deutlich kleiner als bei der orthodoxen Methode und oxidieren deutlich schneller, weil mehr Zellsaft austritt. Zwar ist der Zeitaufwand deutlich geringer, die Qualität des Tees leidet aber deutlich unter der starken Oxidation. Mit der CTC Methode verarbeiteter Tee ist sehr kräftig und häufig sogar bitter im Geschmack. Dieser Tee wird meist für einfache Teebeutel verwendet.


Zusammenfasst sind die einzelnen Schritte beider Verfahren also:

  • Orthodox: Welken → Walzen → Fermentation/Oxidation → Trocknen bei 65°C bis 110°C.
  • Crush-Tear-Curl: Welken → zerkleinern/zerreißen/rollen → Fermentation/Oxidation → Trocknen bei 110°C bis 130°C

Arten von schwarzem Tee

Schwarzer Tee wird auf der ganzen Welt in unterschiedlichen Regionen und Klimazonen angebaut und verarbeitet. Drei der größten Produzenten von schwarzem Tee sind heute Indien, Sri Lanka und Afrika. Tatsächlich stammt die Hälfte der weltweiten Teeproduktion aus Indien. Zu den beliebtesten Schwarzteesorten, die aus diesen Ländern mit den höchsten Produktionszahlen stammen, gehören unter anderem:

Assam
Die indische Region Assam ist das größte Teeanbaugebiet der Welt. Das regnerische, tropische Klima bringt einen Tee hervor, der für seine kräftigen und malzigen Eigenschaften bekannt ist. Aufgrund seines intensiven Geschmacks wird Assamtee häufig mit Milch und Zucker getrunken.

Darjeeling
Darjeeling wird in einer kleineren, gebirgigen Teeanbauregion Indiens angebaut. Darjeeling ist ein weicherer, krautiger schwarzer Tee, dessen Geschmacksprofil mit dem Klima von Jahreszeit zu Jahreszeit wechseln kann. Darjeeling wird oft als Teebasis für das beliebte indische Gewürzgetränk Chai verwendet.

Ceylon
Die Wirtschaft Sri Lankas hängt zu einem großen Teil von den über eine halbe Million Hektar großen Teegärten ab, deren Lage von kühl und bergig bis feucht und tropisch reicht. Der größte Teil von Sri Lankas Tee-Export ist schwarzer Tee, bekannt als Ceylon. Ceylon-Tees können je nach Anbaugebiet variieren, aber sie sind im Allgemeinen bekannt dafür, dass sie stark und lebhaft mit einem Hauch von Gewürzen sind. Sri Lanka ist auch für seine Zimtproduktion bekannt.

Kenianisch
Als Nachzügler in der Teeproduktion (Anfang 1900) lernte Kenia schnell und ist heute führend in Afrika und in der Industrie im CTC-Stil der Teeproduktion und produziert und exportiert hauptsächlich schwarzen Tee. Kenianischer Tee ist für sein prägnantes, vollmundiges Aroma bekannt.

So schmeckt schwarzer Tee

Der westliche Gaumen hat sich sicherlich an den typischen starken schwarzen Tee gewöhnt, der Süßstoff und Sahne oder viel Eis vertragen kann. Die Qualität und Vielfalt von schwarzem Tee wurde im Westen lange Zeit nicht allzu hoch geschätzt wurde. Wichtiger war die Massenproduktion, um die große Nachfrage nach Tee günstig zu befriedigen. Aber je mehr die Verbraucher über die Welt des Tees erfahren, desto mehr steigt die Nachfrage nach hochwertigen hergestellten Tees mit losen Blättern. Vielfalt, Frische und Geschmack sind zu wichtigen Unterscheidungsmerkmalen bei der Wahl des schwarzen Tees geworden.

Wenn du einen schwarzen Tee zum Genießen suchst, denke daran, dass nicht alle schwarzen Tees gleich schmecken. Genau wie bei gutem Wein gibt es so viele Variablen, die den einzelnen Schwarztees ihre eigenen Geschmacksprofile verleihen. EInfluss hat zum Beispiel wo er angebaut wurde, ob er in der Nähe anderer Pflanzen wuchs, die seinen Geschmack beeinflussten (z.B. Rosenstöcke oder Kaffeepflanzen), in welchem Klima er wuchs, ob er natürlich oder mit Chemikalien gedüngt wurde, wie lange die Blätter bei der Verarbeitung oxidierten, welche Art von Wärmebehandlung die Blätter erhielten, um die Oxidation zu stoppen und ob die Blätter ganz belassen (orthodox) oder für die Verpackung in kleinere Stücke geschnitten wurden (nicht orthodox) .

Im Allgemeinen ist schwarzer Tee kräftiger und aromareicher als grüner Tee. Die Farbe eines aufgebrühten schwarzen Tees kann von bernsteinfarben über rot bis dunkelbraun reichen, und sein Geschmacksprofil kann von herzhaft bis süß reichen, je nachdem, wie lange er oxidiert wurde und wie er hitzebehandelt wurde. Schwarzer Tee hat typischerweise mehr Adstringenz und Bitterkeit als grüner Tee, aber wenn er richtig gebrüht wird, sollte er weich und aromatisch sein.

Einige gemeinsame Geschmaksnoten die die meisten schwarzen Tees teilen sind malzig, rauchig, lebhaft, erdig, würzig, nussig, metallisch, zitrusartig, karamellartig, ledrig, fruchtig, süß und honigartig.

Koffeingehalt von schwarzem Tee

Im Vergleich von Kaffee, schwarzem und grünem Tee hat Kaffee im Allgemeinen den höchsten Koffeingehalt pro Tasse, gefolgt von schwarzem Tee.

Aber wie bei jedem Getränk, das aus einer koffeinhaltigen Pflanze gebraut wird, gibt es eine Menge Faktoren, die den Koffeingehalt deiner Tasse Schwarztee bestimmen können, einschließlich der Art und Weise, wie die Pflanze verarbeitet und wie du den Tee zubereitet hast. Einige allgemein anerkannte Richtlinien für den Koffeingehalt sind:

Pro 250 ml GetränkDurchschnittlicher Koffeingehalt
Grüner Tee24 bis 40 mg
Kaffee95 bis 200 mg
Schwarzer Tee14 bis 61 mg

Kauf und Lagerung von schwarzem Tee

Für den bestmöglichen Teegenuss solltest du deinen Tee nur von Unternehmen kaufen, die dir genau sagen können wann und wie der Tee verarbeitet und verpackt wurde.

Tee wird zwar nicht wirklich „schlecht“, kann aber bei zu langer und falscher Lagerung seinen Geschmack verändern und etwas „abgestanden“ schmecken.

Durch die längere Oxidation ist schwarzer Tee haltbarer als sein zarter Vetter, der grüne Tee. Viele Schwarztees können ein bis zwei Jahre halten, wenn sie an einem kühlen, dunklen Ort und in einem undurchsichtigen, luftdichten Behälter aufbewahrt werden. Tee sollte grundsätzlich nicht zu nah an sehr geruchsintensiven Lebensmitteln wie Kaffee oder Gewürzen gelagert werden. Die Aromen können auf den Tee abfärben und du hast hinterher einen schwarzen Tee, der nach pfeffrigem Kaffee schmeckt 🙂

Weitere Informationen darüber, wie du deinen Tee am besten pflegst und lagerst, findest du auf auf unserer Seite „Wie man Tee lagert“.

So bereitest du schwarzen Tee richtig zu

Um die perfekte Tasse Schwarztee aufzubrühen, fragen Sie Ihren Teehändler nach den spezifischen Aufbrühanweisungen für den von Ihnen gekauften Tee, da viele Schwarztees unterschiedliche ideale Brühtemperaturen und Ziehzeiten haben. Hier sind ein paar allgemeine Tipps zur Zubereitung von Schwarztee, die Sie beachten sollten:

  1. Verwende frisches, kaltes, Wasser. Quellwasser ist das beste. Falls du einen Wasserfilter hast – umso besser!
  2. Schwarze Tees werden in der Regel etwas länger und heißer gebrüht als grüne Tees. Im Allgemeinen solltest du deinen schwarzen Tee mit ca. 95 Grad warmen Wasser 3 bis 5 Minuten ziehen lassen.
  3. Optimalerweise hast du einen Wasserkocher, bei dem du die Temperatur einstellen kannst. Falls nicht denke dran, dass Wasser bei 100 Grad Celsius kocht. Du solltest den Wasserkocher also kurz vorher ausmachen.
  4. Sollte dein Schwarzer Tee eine Zubereitungsanleitung haben, halte dich daran. Sonst gilt als Faustregel: etwa 2 Gramm (ca. zwe Teelöffel) loser Blatt-Tee pro 250 Milliliter Wasser. Wenn dein Wasser besonders kalkhaltig ist, solltest du ein kleines bischen mehr Teeblätter nehmen.
  5. Bedecke den Tee während des Ziehens, damit die ganze Hitze im Aufgussgefäß bleibt.
  6. Bitte vermeide den gängigen Fehler und lass den Tee nicht zu lange ziehen! Je länger der Tee ziehen lässt, desto bitterer wird er. Anders als die meisten Leute denken sinkt der Koffeingehalt je länger der Tee zieht. Du kannst mit verschiedenen Ziehzeiten experimentieren und ausprobieren,w as dir am Besten schmeckt!
  7. Die meisten hochwertigen Schwarzen Tees mit losem Blättern können mehrfach aufgegossen werden. Bei Teebeuteln wird das gesamte Aroma schon mit dem ersten Aufguss rausgewaschen.
  8. Die meisten Schwarztees sind stark genug, um Milch und Zucker um sie mit Milch oder Zucker zu mischen. Eine super Alternative zu Zucker ist Honig zum Süßen. Um die feinen Geschmacksunterschiede zwischen den vielen Schwarzteesorten wirklich genießen zu können, solltest du ihn pur und ohne Zusätze genißen.